Das Bauchgefühl

Ich bin ein Mensch, der lange über Dinge nachdenkt, bevor er sich entscheidet. Wenn ich mich dann aber entschlossen habe, muss alles möglichst schnell und sofort gelingen. Ich hab zwar eine Engelsgeduld, aber nur mit anderen, nicht mit mir selbst. Ich verlange häufig zu viel von mir und das auch noch möglichst schnell.
So kam es schon häufiger vor, dass ich mich quasi selbst enttäuschen musste, weil ich mir einfach von vorn herein zu viel zugemutet habe. Dass ich zu mir selbst viel strenger bin als zu anderen, hab ich euch ja schon mal erzählt und geht euch ja, glaub ich, auch oft so.

Nunja, aber immerhin habe ich ein ziemlich gutes Bauchgefühl, auf das ich eigentlich immer höre, wenn ich mir unsicher bin. Und bisher war das dann auch immer die richtige Entscheidung. Mein Kopf ist nämlich viel zu übereilig. Es ist dann mein Bauch, der dann einschreitet und sagt "So nicht! Schalte doch mal einen Gang zurück! Wenn wir es so angehen, wird das sicher nichts."

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hab euch ja schon vor einem Jahr erzählt, dass ich mich auf das Latinum vorbereite. Die erste Prüfung war dieses Jahr im März. Die Klausur hab ich zwar bestanden, aber die mündliche Prüfung nicht, weshalb ich die Prüfung jetzt im September eigentlich wiederholen sollte. Seit letztem Jahr setzte ich  mich also intensiv mit Latein auseinander und hab natürlich schon erhebliche Fortschritte gemacht. Aber da es sich jetzt um meinem letzten Versuch handelt, hab ich die Prüfung dann doch abgesagt. Ich bin echt nicht schlecht in Latein, aber fühle mich absolut nicht gut genug für die Prüfung. Mein Kopf regt sich natürlich tierisch über mich auf, aber mein Bauch sagt, dass ich es lieber lassen sollte.
Was kann schon passieren?! Ich kann mich ja nur noch verbessern. Und dann lieber jetzt noch ein paar Monate mehr Latein als das Studium in die Tonne kloppen zu können. Denn wenn ich nochmal durchfallen sollte, war mein Studium für die Katz...

Dass die Entscheidung richtig war, merke ich immer ein paar Tage später. Ich fühl mich viel besser, leichter und zuversichtlicher. Es ist ja nicht so als hätte ich seit letztem Jahr dann nichts geschafft. Im Gegenteil! Man muss einfach viel mehr auf die ganzen kleinen Leistungen achten und nicht immer nur auf große Prüfungen. Da ich nun endlich auch Semesterferien habe, weil ich das Lernen doch etwas reduzieren kann, habe ich endlich wieder etwas Zeit für mich und all die Dinge, dir liegen geblieben sind und für die ich so lange keine Zeit hatte. Bis die Uni wieder beginnt, werde ich diese Zeit auch auskosten und dann erst wieder Vollgas geben. Es ist ja dann auch das letzte Semester und das besteht nur aus Latein und zwei Veranstaltungen...

Seid ihr eher Kopf- oder Bauchmenschen?
Wie fühlt ihr euch nach Entscheidungen, bei denen Kopf und Bauch sich nicht einig sind?

"Nur" zusammen?
Und wo bleiben die Kinder?

Eine weitere Hochzeit ist vorbei und so langsam habe ich keine Lust mehr!
Nicht weil mir die Hochzeit an sich nicht gefallen oder so. Es sind vielmehr die Gäste, die mich nerven. Auf jeder Hochzeit trifft man ja doch irgendwelche anderen, die man irgendwoher kennt. Selten ist man auf einer Hochzeit eingeladen und kennt wirklich nur das Brautpaar. Zumindest ist es bisher auf unseren ganzen Hochzeit so gewesen.

Also trifft man immer irgendwen, den man schon länger oder teilweise ewig nicht mehr gesehen hat. Auch die letzte Hochzeit war so ein Fest. Eigentlich ist sowas wirklich sehr sehr schön. Ich hab mich über manche Leute riesig gefreut. Einige habe ich sicher zehn Jahre nicht mehr gesehen.
Aber so blieben die üblichen Fragen in unserem Alter und bei so einer langen Beziehung nicht aus:
Ihr seid doch sicher auch schon verheiratet, oder?
Wie? Ihr seid nur zusammen? Aber doch auch schon ewig!
Und was ist mit Kindern?
Wie sind denn so eure Pläne?

Wieso frage ich das eigentlich niemanden? FrauBrit hat dazu auch schon mal so einen Post geschrieben. Was fällt den Leuten eigentlich ein, solche Fragen zu stellen??? Und da hört man doch immer wieder, dass man heutzutage gar nicht mehr heiraten "muss". Scheinbar ja schon! Ich scheine total abnormal zu sein, weil wir noch nicht verheiratet sind. Und wie kann man denn "nur" zusammen sein?! Hört sich an als sei es schlechter als verheiratet zu sein. Dabei sind T. und ich wahrscheinlich schon länger zusammen als andere Leute verheiratet bleiben. Und gibt es eine Beziehungsdauer, aber der man verheiratet sein muss? Ich dachte wir wären alle total liberal und tolerant und ich könnte auch bis ans Ende meiner Tage einfach einen Lebenspartner haben!
Dem nächsten, der mich nach der Hochzeit fragt, antworte ich, dass wir gar nicht heiraten wollen. Dann verbreitet sich die Nachricht hoffentlich und ich werde nicht mehr gefragt.

Genauso wie die Sache mit den Kindern! Was soll das?! Was ist denn, wenn ich gerade schwanger bin und es noch keinem sagen möchte? Was ist, wenn ich einfach nur dick bin und man sich nach meinem Bauch erkundigt? Vielleicht hab ich auch gerade ein Kind verloren? Das weiß ja keiner! Wie kann man also einfach solche Fragen stellen ohne sich darüber Gedanken zu machen, in welche Tretmiene man da tritt?!

Und genau deshalb frage ich nie solche Fragen! Außer vielleicht Freundinnen, die ich wirklich sehr gut kenne und mit denen man über all diese Pläne spricht. Aber die kennen auch die Antworten auf all diese Fragen.
Für die nächste Hochzeit in zwei Wochen muss ich mir auf jeden Fall noch ein paar gepfefferte Antworten überlegen. Falls ihr Vorschläge habt: immer her damit!

Blazer: H&M, Top: Primark, Belt: Vero Moda, Jeans: Primark, Sandals: Primark

Zu viele Interessen

Ich habe mich vor ein paar Tagen mit einer Arbeitskollegin über mein Leben unterhalten, weil ich eigentlich immer gestresst bin. Also jetzt nicht in dem Sinne, dass ich immer genervt oder so reagiere, aber auf jeden Fall so, dass ich immer, wenn man mich fragt, wie es mir geht, antworte: "Joa, ein bisschen im Stress, aber sonst."

Sie wollte dann halt mal wissen, was ich denn immer so mache, dass ich so im Stress bin und war dann von der Antwort etwas schockiert. Ich hab nämlich schlicht und ergreifend zu viele Interessen und dazu noch zu viele Pflichten. Meine Pflichten sind im Prinzip schnell zusammengefasst: Uni und Arbeit. Je mehr sich die Uni dem Ende neigte, desto mehr hatte ich zu tun und mittlerweile traue ich mich gar nicht, einen Blick auf meine To-Do-Liste zu werfen. Ich hab ganz grobe Prioritäten im Kopf und denke eigentlich immer nur an heute und morgen und was ich da zu tun habe. Tja und die Arbeit bastel ich irgendwie drum rum. Und neben meinem Teilzeitjob möchte ich ab September sogar noch einen 400€-Job annehmen....wie ich das bewerkstellige, überleg ich mir dann im September. So einfach mach ich das. Stresst mich zwar auch, aber ich kann ja jetzt noch nicht beurteilen, wie ich das machen soll. Theoretisch müsste es von der Zeit her klappen, aber wie häufig unterscheidet sich die Theorie erheblich von der Praxis? Daher bringt es auch nichts, sich darüber allzu sehr den Kopf zu zerbrechen. Abwarten und Käffchen trinken lautet die Devise.

Tja und dazu kommen dann noch meine ganzen Interessen: mein Blog, Volleyball, Zumba, Reiten, Lesen, Serien gucken, Freunde treffen u.v.m. Der Tag bzw. die Woche hat gar nicht so viele Stunden, dass ich das alles verfolgen könnte! Trotz Semesterferien bin ich zur Zeit 3-5h an der Uni und anschließend 4,5h arbeiten. Dazu kommen noch etwa insgesamt 3h Fahrt. Dann sind wir schon bei 10,5-12,5h. Wie lange seid ihr so im Durchschnitt wach? Sagen wir ich wäre von 8-24h wach, dann hätte ich 14h zur Verfügung....wird also knapp!

Und das ist der Punkt, wo ich aufhöre näher darüber nachzudenken und mich lieber auf heute und morgen konzentriere, denn mit dieser Rechnung hab ich erheblich zu wenig Zeit um irgendetwas zu schaffen. Aber trotzdem bekomm ich es irgendwie hin, weil ich mich nur auf den Moment konzentriere. So nach dem Motto: Was kann ich heute alles schaffen? Und das kann einiges sein, wenn man sich nicht von der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit irritieren lässt.

Okay, einiges leidet sicher unter den wenigen Zeit: Ich geh nicht mehr reiten, war ewig nicht mehr beim Zumba und auch einige Verabredungen oder schon mal Unisachen werden vernachlässigt. Aber für mich persönlich denke ich, dass mich dieser Stress etwas in Bewegung hält. Ich habe nämlich schon häufiger festgestellt, dass ich weniger schaffe, wenn ich wenig zu tun habe. So bin ich immer etwas unter Strom und es ist ja (hoffentlich) nur vorübergehend.
Seid ihr denn auch immer so unter Strom oder habt ihr eher ein sehr entspanntes Leben?
Shirt: H&M, Belt: Primark, Shorts: Primark, Peeptoes: Primark
Das ist übrigens die Shorts, um die es beim Monochrome Monday ging. ;-)

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