Montag, 1. September 2014

Das Bauchgefühl

Ich bin ein Mensch, der lange über Dinge nachdenkt, bevor er sich entscheidet. Wenn ich mich dann aber entschlossen habe, muss alles möglichst schnell und sofort gelingen. Ich hab zwar eine Engelsgeduld, aber nur mit anderen, nicht mit mir selbst. Ich verlange häufig zu viel von mir und das auch noch möglichst schnell.
So kam es schon häufiger vor, dass ich mich quasi selbst enttäuschen musste, weil ich mir einfach von vorn herein zu viel zugemutet habe. Dass ich zu mir selbst viel strenger bin als zu anderen, hab ich euch ja schon mal erzählt und geht euch ja, glaub ich, auch oft so.

Nunja, aber immerhin habe ich ein ziemlich gutes Bauchgefühl, auf das ich eigentlich immer höre, wenn ich mir unsicher bin. Und bisher war das dann auch immer die richtige Entscheidung. Mein Kopf ist nämlich viel zu übereilig. Es ist dann mein Bauch, der dann einschreitet und sagt "So nicht! Schalte doch mal einen Gang zurück! Wenn wir es so angehen, wird das sicher nichts."

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hab euch ja schon vor einem Jahr erzählt, dass ich mich auf das Latinum vorbereite. Die erste Prüfung war dieses Jahr im März. Die Klausur hab ich zwar bestanden, aber die mündliche Prüfung nicht, weshalb ich die Prüfung jetzt im September eigentlich wiederholen sollte. Seit letztem Jahr setzte ich  mich also intensiv mit Latein auseinander und hab natürlich schon erhebliche Fortschritte gemacht. Aber da es sich jetzt um meinem letzten Versuch handelt, hab ich die Prüfung dann doch abgesagt. Ich bin echt nicht schlecht in Latein, aber fühle mich absolut nicht gut genug für die Prüfung. Mein Kopf regt sich natürlich tierisch über mich auf, aber mein Bauch sagt, dass ich es lieber lassen sollte.
Was kann schon passieren?! Ich kann mich ja nur noch verbessern. Und dann lieber jetzt noch ein paar Monate mehr Latein als das Studium in die Tonne kloppen zu können. Denn wenn ich nochmal durchfallen sollte, war mein Studium für die Katz...

Dass die Entscheidung richtig war, merke ich immer ein paar Tage später. Ich fühl mich viel besser, leichter und zuversichtlicher. Es ist ja nicht so als hätte ich seit letztem Jahr dann nichts geschafft. Im Gegenteil! Man muss einfach viel mehr auf die ganzen kleinen Leistungen achten und nicht immer nur auf große Prüfungen. Da ich nun endlich auch Semesterferien habe, weil ich das Lernen doch etwas reduzieren kann, habe ich endlich wieder etwas Zeit für mich und all die Dinge, dir liegen geblieben sind und für die ich so lange keine Zeit hatte. Bis die Uni wieder beginnt, werde ich diese Zeit auch auskosten und dann erst wieder Vollgas geben. Es ist ja dann auch das letzte Semester und das besteht nur aus Latein und zwei Veranstaltungen...

Seid ihr eher Kopf- oder Bauchmenschen?
Wie fühlt ihr euch nach Entscheidungen, bei denen Kopf und Bauch sich nicht einig sind?

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